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Patrick Wolf | Lupercalia | Universal
Der junge Londoner Patrick Wolf zählt gewiss zu den extrovertierteren Künstlern. Was er bisher mit Effekt heischenden Auftritten und Outfits unterstrich, findet in seiner Musik einen expressionistische Fortsetzung.
Doch ist Wolf ist kein massentaugliches Pop-Idol. Seine Musik komponiert er selbst, beherrscht gleich mehrere Instrumente. „Lupercalia“ ist dennoch ein Album, das seine Musik einer breiteren Zielgruppe zugänglich macht. Hier verlässt der Brite die ganz experimentellen Pfade, auch sind seine Songs nicht mehr so dunkel und melancholisch wie in früheren Werken. Viel mehr scheint eine neue Zeit zu beginnen, die Titel, die Melodien sind eingängig. Doch genau wenn man glaubt, sie verfestigen sich im Ohr, hat der Künstler schon eine Wendung parat. Was dem ersten Anschein nach berechenbar wirkt, fasziniert mit einem prallen Reichtum an Facetten. Selbst die ruhigeren Stücke wie „Slow Motion“ oder „William“ glänzen farbenprächtig wie Edelsteine, laden zum Verweilen und Träumen. Sie wirken mit Tiefe ohne Melancholie.
Die Mehrzahl der Tracks jedoch nimmt den geneigten Hörer mit Kraft und positiver Energie gefangen. Hier paart sich echte Freude mit Können. Besonders „The City“, „House“ und „Together“ sind hier zu nennen, faszinieren durch pfiffige Arrangements und Tempo. Wolfs Gesang bleibt selbst in den stark instrumentierten Stücken klar, ausdrucksstark und dominant. Alles andere als alltäglich.
Ein beeindruckendes Werk, das sich vielen Einflüssen offen zeigt, so erinnern mich nicht wenige Passagen an die feinsinnige musikalische Welt eines Yann Tierssen, andere sind klar dem Electro-Pop zuzuschreiben. Doch wer glaubt, Wolf bediene sich geschickt anderer, irrt. Seine Musik bleibt eigenständig, voller Ideen und Finesse. Wolf ist tatsächlich ein Künstler, dem es gelingt sich neu zu erfinden und sich dabei treu bleibt. Einmal mehr lohnt sich der Kauf der LP, Klangfarben kommen hier satter, die Stimme greifbarer als via CD. (ki)
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